Ehrenamtlich haben sich 16 Menschen aus der Region in den letzten Monaten zum Hospizhelfer ausbilden lassen. Unter der Leitung von Gemeindereferentin Anne Schmitt und Dekanin i.R. Heinke Geiter absolvierten sie den Kurs “Zur Sterbebegleitung befähigen” in 100 Unterrichtsstunden. Vermittelt wurden hierbei Themen wie Motivation, Stärken und Grenzen der Helferpersönlichkeit, die praktische Hospizarbeit in Familie, Pflegeheim und Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden und Angehörigen in der Begleitung, Demenziell Erkrankte in der Sterbebegleitung, Schmerzen lindern - Leid tragen: Palliativmedizin und Palliativpflege, Chancen und Grenzen von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Bestattungskultur, mit Trauer leben lernen - Begleitung in der Trauer. Ein Praktikum von mindestens 20 Stunden rundete die Ausbildung ab. Hierbei entsprechen die Kurse der Qualitätsanforderung zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes e.V.

   
In der Pfarrkirche St. Ferrutius wurde ein feierlicher Rahmen für den Sendungs-Gottesdienst gestaltet - soweit dies unter Corona-Bedingungen eben möglich war. Dekanin i.R. Heinke Geiter und Gemeindereferentin Anne Schmitt gestalteten einen Gottesdienst und erbaten den Segen für die neuen Hospizbegleiter/innen und die neue Koordinatorin Ricarda Brück sowie alle, die sie auf diesem Wege - auch in den eigenen Familien - unterstützt haben und dies weiter tun werden. Der 1. Vorsitzende der Hospizhilfe Goldener Grund e.V., Bastian Michailoff, sorgte für den musikalischen Rahmen zusammen mit seiner Frau Viola Linscheid. Für jede/n nun startenden Hospizhelfer/in gab es neben der Urkunde, die unter anerkennenden und stärkenden Applaus der Anwesenden überreicht wurde, auch ein kleines Präsent sowie eine Sonnenblume. Wir tragen nicht die Last eines anderen oder der Angehörigen, wir helfen zu tragen und gehen mit - oft einen sehr persönlichen Weg - aber dies wird nur dann gelingen, wenn sich Sterbende/r und Begleiter/in bereit sind, aufeinander einzustellen. Am Ende seines Weges weiß der Mensch selbst am besten, wieviel Nähe, Hilfe oder auch Abstand gewünscht ist - hieraus kann Nähe entstehen, die vielleicht sogar über den Tod hinauswächst, so die 2. Vorsitzende Anne Schmitt in ihrer Ansprache. Irgendwann ist es Zeit, Abstand zu nehmen, einen Menschen gehen zu lassen - diese Situation kann für die Hospizbegleiter durchaus zu einer Belastung werden, doch auch dann sind sie nicht alleine. Ricarda Brück, die neue Koordinatorin freute sich über eine wunderbare Gruppe von Menschen, die sich auch als Gruppe gefunden hat und sich gemeinsam tragen wird. Traurig sein, Luft holen, Trauer - all dies wird helfen, daneben werden Supervisionsmöglichkeiten geschaffen und regelmäßige Treffen, um mit dem Erlebten in den Austausch und damit auch in die Verarbeitung gehen zu können.
   
Ja zu sagen und sich der Ausbildung zu stellen, um Sterbenden zu helfen - der Dank von Seminarleiterinnen und der anwesenden Bürgermeister/in Silvia Scheu-Menzer, Jens-Peter Vogel, Frank Groos (Bürgermeister Bernd Hartmann hat Grüße entbieten lassen, konnte nicht dabei sein) war herzlich und trägt ebenfalls diese Initiative mit. Die, so Jens-Peter Vogel, in der Bevölkerung auf große Anerkennung gestoßen ist - man habe sie sozusagen richtig erwartet und ist dankbar, dass es nun losgehen kann. Die offene hospizliche Haltung, vom anderen her zu schauen und ihn bei seinen/ihren Möglichkeiten zu unterstützen - das zeichnet die Helfer/innen aus. Dekanin i.R. Heinke Geiter sprach den Segen gab den nun Startenden Zuversicht und die Gewissheit, dass Sie nicht alleine sind. Offene Herzen und helfende Hände wurden von allen Seiten geboten und die Erfahrung von Dekanin i.R. Heinke Geiter, die mit 20 Jahren Erfahrung in der Hospizhilfe Idstein viel Know-How einbringen kann, steht bereit. Wer sich für die Arbeit der Hospizhilfe interessiert, ist herzlich eingeladen am 30.09.2020 um 19:30 Uhr ins Pfarrheim der Pfarrei St. Ferrutius zu kommen, um sich darüber zu informieren. Der neue Kurs startet am 7.11.2020. Viele weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sich auch auf der Webseite : www.Hospizhilfe-Goldener-Grund.de Ab 1.10.2020 gibt es auch ein ständiges Büro in der Bahnhofstraße 21 in Bad Camberg (ehem. Elektrogeschäft), wo auch die Koordinatorin Ricarda Brück anzutreffen sein wird.
   
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Die neuen Hospizhelfer/innen sind: Kerstin Conradi, Doris Böß-Lawaczeck, Marco Egert, Axel Eufinger, Harald Falk, Annette Hönscher, Petra Jährig, Doris Kluge-Zimmermann, Alexandra Knau, Anni Marek, Lydia Monselewski, Cornelia Reining-Herborn, Heinz-Otto Stern, Holger Strohm, Ute Theis und Heike Willert.
  
Gruppenbild auf der Treppe von St. Ferrutius in Würges mit den neuen Hospizhelfer/innen, den Kursleiterinnen und dem Vorstand der Hospizhilfe Goldener Grund nach dem Sendungs-Gottesdienst

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Gruppenbild des Vorstandes: v.l.n.r. Bürgermeister der Stadt Bad Camberg Jens-Peter Vogel, Gemeindereferentin und 2. Vorsitzende Anne Schmitt, Kassiererin Brigitte Eisel, Bürgermeisterin der Gemeinde Hünfelden Silvia Scheu-Menzer, 1. Vorsitzender Bastian Michailoff, Schriftführerin Carmen Millbrodt und Bürgermeister der Gemeinde Brechen Frank Groos – nicht auf dem Bild, wg. Krankheit verhindert, Bürgermeister Bernd Hartmann aus Selters (Taunus).
   

Einem leider oft tabubelasteten und verdrängtem Thema widmet sich die “Hospizhilfe Goldener Grund e.V. Bürgermeister Frank Groos, der evangelische Pfarrer Bastian Michailoff und Anne Schmitt von der katholischen Kirche stellten die Arbeit des Hospizwesens an sich und die des Hospizvereins im Besonderen vor. Sie ist konfessionell ungebunden, gleichsam eine Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit. Sie ist, so Pfarrer Bastian Michailoff, offen mit eigenem Bekenntnis ohne Mission, bevor er die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes vorstellte.
 
Während früher noch mehrere Generationen miteinander lebten und in der Familie gestorben werden konnte, verlagert sich dies arbeits- und versorgungsbedingt oft in Richtung von Kliniken. Ist Heilung nicht mehr möglich, stellt sich die Frage “und jetzt”, denn der Patient hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben unter bestmöglicher (palliativer) Versorgung, also schmerzfrei und in einem würdigen Umfeld - ein Wunsch von weit über 80% der Menschen. Neben Stätten der Heimversorgung der unterschiedlichen Einrichtungen und Träger kommen hier die Hospize ins Spiel, deren Plätze jedoch nur bedingt verfügbar sind. Gerade auf dem Land ist hier enormer Nachholbedarf. Auf Initiative der ehemaligen Bad Cambergerin, Dr. Margarete Ruppert, haben sich verschiedene Personen und Institutionen zusammengefunden, um einen neuen Verein zu gründen. Mitinitiatoren sind die Stadt Bad Camberg und verschiedene Bürgermeister der umliegenden Kommunen im Goldenen Grund, die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul und die evangelische Kirchengemeinde Bad Camberg und Niederselters.
Derzeit finden Informationsveranstaltungen statt, um einerseits die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und der Kontaktaufnahme zu bieten und um andererseits über den Verein zu informieren, da dieses Thema doch sehr abstrakt in der Bevölkerung präsent ist.
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kräfte zu bündeln, Kontakte zu vielen weiteren Institutionen zu vernetzwerken und Menschen in der Region zusammen zu führen, die hier ihre Zeit und ihr Engagement in den Dienst der Hospizhilfe stellen möchten. Am 5.Juni findet hierzu im evangelischen Gemeindehaus (Eichbornstraße 13) um 20 Uhr eine spezielle Informationsveranstaltung für interessierte Hospizhelfer/innen in Bad Camberg statt. Wer sich vorstellen kann, aber vielleicht noch unsicher ist, ob das Thema für ihn in Frage kommt, ist herzlich eingeladen. Die Vorsitzende Heinke Geiter von der Hospizbewegung im Idsteiner Land e.V. wird am Abend referieren.
Neben interessierten Unterstützer/innen für die eigentliche Vereinsarbeit bis hinein in den Vorstand gilt es nun ein Team von Mitarbeiter/innen aufzubauen, um ab 2020 den aktiven Dienst am Menschen vor Ort anbieten zu können. Ferner bietet sich die Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung des Vereins in Form einer Mitgliedschaft (ab einem Euro pro Monat/12 € Jahresbeitrag) oder weiterer Spenden.
 
Ärztin Dr.med. Ulrike Valeske unterstützte mit ihren eigenen Erfahrungen die Ausführungen der Referenten des Abends und stellte zudem die LIONS INTERNATIONAL NOTFALLBOX vor. Der Lions Club Limburg unterstützte kürzlich die Hospizhilfe mit einer Spende und sagte weitere Zusammenarbeit in der Zukunft als strategischer Partner zu. Die Notfallbox beinhaltet wichtige Informationen rund um den in der Wohnung lebenden Menschen nebst Medikamentationsplan und Sonderhinweisen. Sie wird im Kühlschrank aufbewahrt - entsprechende Hinweisaufkleber an der Wohnungstür und am Kühlschrank weisen den Rettungskräften den Weg und sparen so wertvolle Zeit im Fall der Fälle.
 
Die Mitgliedsanträge liegen auf den teilnehmenden Bürgerbüros aus und sind, wie viele weitere Informationen rund um die Hospizhilfe Goldener Grund e.V. auch im Internet abrufbar: www.hospizhilfe-goldenergrund.de
 
Hospiz Brechen
 
 
26.05.2019
 
HospizhilfeAm Donnerstag, dem 9. Mai 2019, fand im Mineralbrunnen Niederselters eine Informationsveranstaltung zu den Tätigkeiten der Hospizhilfe Goldener Grund statt.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Bernd Hartmann stellte dieser heraus, dass die Hospizhilfe ein ergänzendes Angebot für die Region des Goldenen Grundes ist, was die positive Resonanz seit der offiziellen Vereinsgründung im November letzten Jahres eindrucksvoll bestätigt. Die zweite Vorsitzende Anne Schmitt präsentierte im Einzelnen das Netzwerk, d. h. die Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegediensten, Familie und natürlich den sterbenden Menschen und auch deren Tätigkeiten, wie z. B. Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, Begleitung und Unterstützung der sterbenden Menschen und den Angehörigen.
 
Die Informationsveranstaltung mit Interessierten an der Ausbildung zum/r Hospizbegleiter/in findet am 5. Juni 2019, 19.30 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus in der Eichbornstraße in Bad Camberg, statt.
 
Die Hospizhilfe freut sich über viele neue Mitglieder. Mitgliedsanträge sind in den Rathäusern der Kommunen des Goldenen Grundes erhältlich (Antragsformular hier sowie auf der Homepage der Hospizhilfe www.hospizhilfe-goldenergrund.de).
 
 

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