Der Mineralbrunnen und das Selterswassermuseum

Das Wahrzeichen der Gemeinde Selters (Taunus) erscheint in neuem Glanz: Das Brunnengebäude, das man seit seiner Errichtung in den Jahren 1906-1908 Brunnentempel nennt und in dem die altehrwürdige Selterswasserquelle aus der Erde tritt, wurde in den letzten Jahren vollständig restauriert. Die Quelle wurde neu gefasst und der Haustrunk für die Selterser wird im Haustrunkraum geholt werden können.

Das Selterswassermuseum in Selters
Brunnengebäude der Gemeinde Selters (Taunus)

Im Jahre 1999 wurde die ehemals berühmte Selterswasserquelle stillgelegt und ab 2001 von der Gemeinde Selters mit Hilfe stattlicher Zuschüsse von Bund, Land Hessen, der Europäischen Union, des Kreises Limburg-Weilburg sowie privaten Spendern ein Selterswassermuseum eingerichtet, dass die fast 500jährige Geschichte des Selterser Mineralbrunnens zeigt.

Das Selterswassermuseum lässt tiefe Einblicke in die Mineralwassergeschichte unserer Heimat zu: Beginnend mit Jakob Theodor Tabernaemontanus, der bereits 1581 über das Selterswasser aber auch andere deutsche Quellen schrieb, erfährt der Besucher, wie aus einem Sauerborn am Ortsrand von Niederselters in Kurtrierischer Zeit (bis 1802) eine bekannte Heilquelle wurde, dessen Wasser schon im 18. Jahrhundert an Europas Fürstenhöfen geschätzt wurde. Schriften in englischer und französischer Sprache belegen dies eindrucksvoll.

In den Jahren des Herzogtums Nassau (1806-1866) sprach man vom berühmtesten Jungbrunnen Deutschlands, denn am Seltersbrunnen wurden im 19. Jahrhundert jährlich bis zu drei Millionen Krüge gefüllt, die im Kannenbäckerland hergestellt und in allen Erdteilen nachgefragt wurden. Preislisten, Krüge, Zeichnungen, Füllgeräte, alte Bücher, Verordnungen etc. bieten interessante Einblicke in die nassausche und preußische Zeit. Und auch die Jahre der Siemensära (1894 bis 1955), die Lehnigjahre (1955-1975), die Herrenhausenzeit (1976-1990) sind mit vielen Fotographien, Verträgen, Flaschen, Schriftdokumenten umfassend belegt.

Es lohnt sich also, nach Selters zu kommen, von dem ehedem weit bekannten Selterswasser zu kosten und sich den restaurierten Brunnentempel und das informative Brunnenmuseum anzusehen.

Die Sehenswürdigkeiten sind während den Öffnungszeiten des Haustrunks für Sie geöffnet.

Interesse an einer Führung durchs Museum? Dann kontaktieren Sie gerne Julia Westendorff (westendorffjulia@aol.de).

Haustrunk

Als die königlich-preußische Brunnenverwaltung 1875 die Füllzeiten zur Haustrunkentnahme stark reduzierte, kam es zu mehreren Prozessen vor dem Landgericht in Wiesbaden und dem Reichsgericht in Leipzig, die allerdings das Haustrunkrecht infrage stellten.

Seit 1908 wird der Haustrunk nur noch an der Nebenquelle "Börnchen", die damals neu gefasst wurde, gewährt. Hundert Jahre später wird ein altes Recht neu belebt: Der Haustrunk kann wieder an der Hauptquelle am Brunnen geholt werden, wie es die vertraglichen Regelungen mit dem früheren Eigentümer vorsehen.

Das Selterswasser gibt es ausschließlich im Urzustand. Seit 300 Jahren ist es den Einwohnern von Selters gestattet, sich ihren Haustrunk aus der deutschlandweit bekannten Mineralquelle zu holen.

Bereits im Jahre 1722 regelte eine Brunnenordnung die Haustrunkabgabe. Das Recht, sich ihr Selterswasser für den Eigengebrauch am Brunnen zu holen, wurde in der herzoglich-nassauischen Zeit (1806 — 1866) den Bewohnern belassen und auch den Gemeinden Oberselters, Eisenbach, Oberbrechen und Eufingen weiterhin eingeräumt.

Das entnommene Wasser darf nur im eigenen Haushalt verbraucht werden, eine gewerbliche Nutzung ist verboten. Die Ausgabe des Haustrunks erfolgt an die Einwohner von Selters (Taunus) sowie an die angrenzenden Ortschaften Dauborn, Oberbrechen und Oberselters.

Zur Befüllung bringen Sie Ihre gereinigte leere Flasche (max. 1 L) bitte selbst mit.